Bausinger - Ihre Yogamanufaktur
 
Newsletter Nr. 84 vom 28.02.2019

Über die Herkunft unserer Wolle

Lucy, das Schaf mit der Ohrnummer 4286-Af34, liegt dösend auf einem grasigen Hügel und genießt die Sonne. Warm ist es, der Frühling hat gewonnen und die letzten Schneereste auf den Gipfeln über ihr schmelzen zusammen. Puh, sehr warm ist es – vor allem mit dem jetzt dicken und schweren Winterpelz.

Pfiffe und ein entferntes Knattern durchbrechen die Stille, heiseres Bellen lässt Lucy wach werden. Es ist Schafschurzeit und nach den langen Wochen draußen auf der Weide, werden die Schafe von den Schäfern mit Hunden zusammengetrieben. Lucy macht sich mit den anderen Schafen auf den Weg, getrieben von den Hunden hinunter in ein trichterförmiges Gehege. Das Gedränge nimmt zu, die Aufregung auch, die Schafe blöken. Hinein in ein Gatter und schon bald wird Lucy – so wie alle anderen Schafe auch und wie schon die Jahre zuvor - von den anderen Schafen getrennt.

Ein Schafscherer packt Lucy, zieht sie rücklings zu sich her und beginnt sie nach der Tally-Hi-Methode und geübten Griffen zu scheren (https://de.wikipedia.org/wiki/Schafscherer). Zuerst wehrt sich Lucy ein wenig, sie kennt Menschen so gut wie gar nicht, da sie das ganze Jahr freilaufend auf der Weide inmitten anderer Schafe ist. Aber das Scheren geht schnell, tut nicht weh, Lucy beruhigt sich schnell, der Schafscherer ist erfahren und die Schafschermaschine mit ihrem stumpfen Kamm gleitet nur so durch die dichte Wolle. Nach 2-3 Minuten ist alles vorbei, der dicke Pelz ist ab und von einigen Kilo Rohwolle befreit wird Lucy wieder entlassen.

Ein Tierarzt ist der nächste Mensch, den sie sieht. Mit routiniertem Blick schaut er nach äußerlichen Verletzungen und Krankheitssymptomen. Lucy bekommt eine Spritze mit Impfstoffen und schon geht es raus aus dem Schafschurgebäude hinein in ein Desinfektionsbad. Nach der kurzen Dusche schüttelt sich Lucy und läuft hinüber zu den anderen Schafen, welche auch die jährliche Schafschur überstanden haben. Schon bald wird Lucy wieder auf ihre Weiden entlassen und wird bis nächstes Jahr um diese Zeit kaum Menschen sehen.

Die Wolle selbst wird von grobem Schmutz befreit, einmal gewaschen, getrocknet, nach Qualität sortiert und dann in große Ballen verpresst und in Folie eingeschweißt, damit Schmutz, Insekten und Schädlinge keine Chance haben. Dann macht sich die Wolle auf den Weg um eine Bausinger Schurwoll-Yogamatte zu werden.

Rohwolle wird auf diversen Wollmärkten der Welt zum Kauf angeboten, unsere Merinowolle in der höchsten Qualitätsstufe kommt über das Hamburger Wollkontor in unsere Wollweberei nach Norditalien. Dort in Prato, der heimlichen Wollhauptstadt Europas, hat sich schon seit dem Mittelalter eine feine Wollmanufaktur etabliert. Seit einigen Jahrhunderten klappern dort schon die Webstühle und sachkundige Hände schaffen die feinsten und schönsten Tuche und Wollgewebe. Und seit 42 Jahren eben auch unsere Schurwollmatten.

Unsere extraweiche und extralange Merino-Schurwolle der höchsten Qualitätsstufe wird nun nach dem Kämmen und Ausrichten auf ein Trägergewebe aufgewebt und die Wollhaare auf Länge getrimmt. Aufgerollt auf schweren Papphülsen kommen aus der Weberei nun Rollen mit 30 m Länge und 2 m Breite, welche rund 50-60 kg wiegen. Im nächsten Schritt kommen die Schurwoll-Rollen in unserer Nachbarschaft an. Hier auf der Schwäbischen Alb in einem Natur- und Wasserschutzgebiet steht eine mit Umwelt- und Innovationspreisen dekorierte kleine Spezialfirma, welche sich auf hochwertige Textil-Beschichtungen spezialisiert hat. Ein schadstoffgeprüfter und weichmacherfreier PU-Schaum wird auf die Rückseite der Wollrollen aufgetragen und nach dem sanften Trocknen werden die Rollen dann endlich zu uns, zur Bausinger Yogamanufaktur nach Straßberg, transportiert.

Hier nehmen sich nun Dierk und Armin der Rollen an, schneiden diese auf unserem Schneidetisch zu Yogamatten zurecht, Anna näht ein buntes Saumband dran und Jürgen stickt auf Wunsch einen Namen drauf.

Und so wurde aus Lucy's Wollmantel mit viel Achtsamkeit, Sorgfalt und Liebe zum Detail eine hochwertige Yogamatte, welche viele Jahre Freude und Entspannung schenkt. Und wer in der Tiefenentspannung auf unserer Schurwoll-Yogamatte liegt und genau hinspürt, kann den Atem der Freiheit eines Lebens im Einklang mit der Natur noch spüren.

Aus aktuellem Anlass: 
In den Medien wird gerade wieder mit recht drastischen Bildern geschildert, wie blutig ein großer Teil der Merinowolle weltweit 'gewonnen' wird. In die Hautfalten legen Schaf- oder Dasselfliegen in den Tropen / Subtropen in Australien (88 % der weltweiten Wollproduktion) ihre Eier, welche dann zu Maden werden und sich durch die Schafhaut fressen. Hier geht es um die Praxis des 'Mulesing', bei der den Lämmern die Falten um den After weggeschnitten werden – meist ohne Betäubung. 
Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Praxis und beziehen unsere Wolle ausschließlich aus mulesing-freien Betrieben von der Südinsel Neuseelands (4% der weltweiten Wollproduktion), welche im internationalen Vergleich die höchste Wollqualität bei bestmöglichem Tierwohl erzeugen.

Übrigens wurde unsere Bio-Schurwoll-Yogamatte von der Zeitschrift Öko-Test in der Ausgabe 01/2019 beim großen Yogamatten-Test mit 'sehr gut' beurteilt. Das freut uns sehr und ist die Bestätigung für unseren sorgfältigen Umgang mit dem was uns Mutter Natur als Geschenk überlassen hat.
Von der Natur beschenkt, für Sie und ihre Yogapraxis achtsam und wertig aufbereitet – seit Jahrzehnten gelebte Nachhaltigkeit.

Natürlich finden Sie unsere Schurwollmatten auch in unserem Katalog 2019, welchen Sie kostenlos und unverbindlich bestellen können.
https://www.bausinger.de/katalog


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