Bausinger - Ihre Yogamanufaktur
 
Newsletter Nr. 85 vom 11.04.2019

Amirs besonderer Tag

Amir wacht auf und reibt sich die Augen. Seine Mutter klappert schon eine geraume Zeit in der kleinen offenen Küche mit den Blechtöpfen herum und kocht wie jeden Morgen ein kräftiges Porridge aus Hafer, frischer Milch und Gewürzen wie Zimt und Kardamom, Nüssen und getrockneten Aprikosen, aber auch kleinen Bananen und Mangos auf dem kleinen Feuer.

Amir räkelt sich, dann schlägt er die Decke zurück und ist meinem Mal hellwach. Heute ist ja der große Tag! Heute, in dem kleinen Dorf am Oberlauf des Ganges ist die Zeremonie geplant, bei dem Amir und vier seiner Freunde als junge Burschen von der Dorfgemeinschaft gesegnet und dann endlich in die Schule vom Dorflehrer Baba-Sri gehen dürfen. Juchu! Schnell springt Amir auf, wäscht sich in der Schüssel mit kaltem Wasser das Gesicht und die Hände, verreibt ein wenig Butterfett in den Händen und kämmt sich die langen, schwarzen Haare. Seine Mutter hat schon eine frisch gewaschene und geplättete Kurta zurecht gelegt, heute soll Amir schön und feierlich aussehen, da er eben nicht als normaler Handwerker oder Bauer ausgebildet werden soll, sondern sich in der Schule für die besseren Berufe ausbilden lassen darf. Wer weiß, vielleicht wird Amir einmal Kaufmann oder sogar selbst Lehrer?

Von seinem älteren Bruder hat Amir gehört, dass Baba-Sri ein strenger, aber auch ein guter Lehrer ist. Er erzählt viel von den vielen Hindu-Göttern, liest aus den alten Schriften, bringt den ausgewählten Männern Lesen und Schreiben bei, aber auch Grundlagen in Mathematik, Astrologie, Ayurveda und lehrt auch Yoga und Meditationen.

Baba-Sri ist angesehen im ganzen Dorf und wird nach dem Dana-Prinzip von der Dorfgemeinschaft getragen: jede Familie gibt Baba-Sri je nach Bedarf und den eigenen Möglichkeiten reihum einen kleinen Entgelt. Seien es selbstangebaute Lebensmittel, selbst gewebten Stoff für Kleidung, große Bündel Brennholz für den kleinen Ofen oder auch Hilfestellung beim Reparieren des Daches nach dem jährlichen Monsunregen.

Dafür studiert Baba-Sri die Schriften, erklärt und leitet die vielen religiösen Zeremonien, vermittelt bei Streitigkeiten, gibt Ratschläge bei Schwierigkeiten und kann sogar bei diversen Krankheiten mit vielerlei Kräutern, Ölen und Anwendungen helfen. Dazu leitet er die Dorfschule und ist neben dem Bürgermeister eine geachtete Persönlichkeit, welcher oft am Ufer des Ganges sitzt und den gestandenen Männern des Dorfes bei Sorgen und Nöten mit Rat und weisen Sprüchen zur Seite steht. Und jeden Morgen unterrichtet er die Männer im Yoga und bringt diesen bei, wie man mit Asanas, Pranayamas und Meditationen an Körper, Seele und Geist gesund bleibt.

Nach dem Frühstück hört man schon die Glocken und Zimbeln, die Dorfgemeinschaft wird zur Ganesh-Zeremonie gerufen. Amir bekommt von seiner Mutter eine mit weißer Baumwolle eingeschlagene Rolle – das muss der neue Yogateppich sein, den sie in den vergangenen Wochen im Schatten hinter dem Haus auf dem alten hölzernen Webrahmen der Oma gewebt hatte. Mit beiden Händen trägt er das kostbare Gewebe, es war viel Arbeit und er weiß, dass seine Mutter alle Pflanzen zum Färben der Fäden selbst gesucht und vermahlen hatte.

So ist es seit vielen Generationen Tradition: die heranwachsenden Jünglinge, welche für die Schule ausgewählt wurden, bekommen von ihrer Mutter einen handgewebten Teppich, um darauf zu lernen, zu lesen, Yoga zu üben und auch zu ruhen. Der Yogateppich unter dem Arm unterscheidet die Schüler von denjenigen, die mit Hacke und Werkzeug zum Arbeiten auf die Felder oder in die Werkstätten gehen müssen.

Der Yogateppich wird mit heiligem Gangeswasser gesegnet und dann darf Amir seinen Yogateppich jeden Tag in die Schule und wieder mit heimtragen. Bei den Asanas wird sein Schweiß darauf tropfen, bei den Entspannungen wird er darauf liegen, bei den Meditationen darauf sitzen und der Yogateppich wird Amir während der Jahre seiner Ausbildung begleiten.

So war – wenn man den alten Schriften und Aufzeichnungen Glauben schenkt – Yoga ein ganzheitliches Übungssystem, welches hauptsächlich für Männer unterrichtet wurde, damit diese in der dörflichen Gemeinschaft friedfertig, freundlich und hilfsbereit untereinander waren. Die Yogateppiche waren Symbol für die Lernbereitschaft und Unterlage für die Asanas des Yoga und die Meditationen.

Ein berührender Gedanke, inmitten der jungen, bunten Yogawelt unserer Zeit die Aufmerksamkeit auf die Essenz dieser Geschichte zu richten und uns für Momente der Demut gemein zu machen mit den Amir’s dieser Zeit. Was lag da näher für uns, als einen solchen Yogateppich in unser Yogamatten-Programm einzureihen. Eine Referenz an die traditionellen Wurzeln unseres Yoga – eine Möglichkeit zum Üben mit authentischen Hilfsmitteln.

Sie finden solche Yogateppiche ab sofort bei uns, aus Bio-Baumwolle (GOTS zertifiziert) in Handarbeit gewebt, mit Naturfarben gefärbt und selbstverständlich in Indien gefertigt. Vom Erlös der Arbeit wird ein Witwenhaus unterstützt und so leistet jeder Yogateppich einen kleinen, aber durch und durch nachhaltigen Beitrag für eine bessere Welt im Sinne von Yoga und Mitmenschlichkeit.
https://www.bausinger.de/yogamatten/375-yogateppich.html

Sie finden unsere schönen Yogartikel auch in Bausinger Katalog 2019, welchen Sie hier kostenlos und unverbindlich bestellen können:
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