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Transparenz statt Zertifikate

Bausinger Yogamanufaktur
2023-04-27 15:05:00 / Nachhaltigkeit Stories / Kommentare 0
Transparenz statt Zertifikate - Transparenz statt Zertifikate

Transparenz durch Zertifikate?

Wir wollen mehr als Urkunden und Labels.

Am Anfang war…

die Schurwolle! 
Als Frieder Bausinger vor fast 50 Jahren die Schurwoll-Yogamatte erfand, begann die Geschichte der Bausinger Yogamanufaktur. Bis heute ist die Schurwollmatte unser Kernprodukt, nur leider aus Wolle von neuseeländischen Schafen. Dort haben die Merinoschafe ausgezeichnete Lebensbedingungen, werden auf großen Schaffarmen freilaufend gehalten und einmal im Jahr zur Wollschur zusammengetrieben. Die Schafzucht geschieht dort ohne das umstrittene Mulesing, all unsere Rohwolle ist entsprechend zertifiziert. Die deutsche oder europäische Wolle ist leider nicht weich und fein genug. Das bedauern wir sehr, denn wir würden liebend gerne schwäbische Wolle für unsere Matten verwenden! Mit der heimischen Wolle stellen wir jetzt ganz andere Sachen an. Dazu später mehr.

BIO, FAIR und NAH – oder doch etwas entfernter?   

Das Problem mit der regionalen Alternativlosigkeit begegnet uns leider immer wieder. Dieses Mal bei keinem unserer Produkte, sondern bei unseren Bestrebungen nach mehr echter Nachhaltigkeit. Seit 2020 sind wir komplett klimabilanzierend und -kompensierend. Wir arbeiten so vernünftig, ethisch, ordentlich und so klimaneutral wie möglich. Das, was wir dennoch an Ressourcen verbrauchen, kompensieren wir. Wie die meisten Unternehmen tun wir das über eine Unterstützung von internationalen Klimaschutzprojekten, für die wir entsprechende Zertifikate kaufen.

Diesen Monat war es wieder so weit. Wir mussten uns für ein oder mehrere Projekte zur Kompensation unseres CO2-Fußabdrucks vom Geschäftsjahr 2022 entscheiden. Nachhaltigkeit ist für uns kein Marketinginstrument, sondern der zentrale Bestandteil unseres Handelns. Deshalb schauen wir genau hin, sowohl in unserer Lieferkette als auch bei solchen Projekten. Wir möchten keinen Regenwald in Südamerika aufforsten, der möglicherweise nicht allzu lange steht, bis er wieder abgeholzt wird, um ihn dann mit neuen Zertifikaten wieder aufzuforsten. Leider ist es bei den Zertifizierern nicht möglich nur regionale Projekte auszuwählen. Es müssen dort immer größere Projekte im Ausland realisiert werden. Somit bezuschussen wir nun zwei Projekte – ein Klimaschutzprojekt in Indonesien, aber auch einen regionalen Waldumbau im Oberammergau, zu dem wir bestimmt mal einen Ausflug machen werden. 
Das trifft allerdings noch nicht das, was wir als gemeinwohl-bilanzierendes Unternehmen von uns erwarten. 

Wir gehen weiter – indem wir in der Nähe bleiben

Wir wollen das allgemeine Wohl in unserem Umkreis stärken, unseren Beitrag sehen, aber auch überprüfen können. Transparenz ist für echte Nachhaltigkeitsbestrebungen unerlässlich. Deshalb engagieren wir uns zusätzlich bei uns vor der Haustür – im Naturpark Obere Donau. Hier haben wir einen werteorientierten Partner gefunden – die BODEG (Bäuerliche Vermarktung Oberes Donautal eG), die die gleichen Visionen wie wir verfolgt.

Die Genossenschaft wurde vor 25 Jahren mit großer Unterstützung des Naturparks Obere Donau gegründet. Inzwischen eigenständig und vom großen ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder getragen, setzt sich die BODEG für den Erhalt der Kulturlandschaft im Naturpark Obere Donau ein um den Lebensraum „Land“ für Mensch, Tier und Pflanze langfristig lebenswert zu gestalten. Die Mitglieder sind meist Landwirte, Imker, Kunstschaffende, Naturschützer und Genießer – alle aber unverbesserliche Idealisten. Da passen wir doch perfekt dazu.

Einige Mitglieder kommen mit ihrer eigenen Geschäftsidee, andere reizt das gemeinsame Wirtschaften, alle schätzen die Produkte, die mit ökologischem und sozialem Mehrwert produziert werden. Derzeit stellt die BODEG Säfte, Apfelmost, Essige und Brände aus Streuobst her. Auch Schurwollteppiche aus Wolle von Schafen aus der Region gehören zum Sortiment, wie auch Wissensvermittlung oder die Förderung von Bildungsprojekten für eine nachhaltige Entwicklung. 

Gemeinsam für morgen und einen guten Most

Die Überzeugung der BODEG deckt sich mit unserer – nämlich, dass wirtschaftliches Handeln ganzheitlich und gemeinwohlorientiert sein muss. Der Ansporn von Bausinger und der BODEG ist es, einen spürbaren Beitrag zu einer lebensbejahenden Ökonomie zu leisten und damit zu einer achtsamen und wertschätzenden Gemeinschaft.

Wir packen an

Von der anonymen und eher intransparenten Zertifizierungs-Maschinerie wollen wir uns Stück für Stück verabschieden und echtes Engagement leben. 
Das können wir in der BODEG tun. Letztes Wochenende haben vier Bausinger-Mitarbeiter gemeinsam mit anderen Mitgliedern der BODEG die Wolle für die nächsten Teppiche und Yogateppiche sortiert. Das heißt Verunreinigungen, Heu und Stroh mussten in mühevoller Arbeit aus der Wolle gezupft werden. Der Lohn war außer Kaffee und Kuchen, unglaublich sanfte Hände dank des Lanolins in der Wolle. 
Es ist wirklich eine Schande, dass heimische Wolle keinen Wert mehr hat und kaum noch etwas aus ihr hergestellt wird. Wenn sie nicht als Dünger auf dem Acker oder im Garten landet, muss sie als Sondermüll entsorgt werden. Wir wollen dieses tolle Produkt und die Schäfer, die mit ihrer Arbeit die regionale Kulturlandschaft pflegen, wieder mehr wertschätzen. 

Am Ende ist…

die heimische Schurwolle.
Aus ihr bestehen unsere Schurwollkügelchen in unser Yogarolle, im Schurwoll-Bolster, in der Nackenrolle und in unserem Pranayama-Kissen und Chakren-Kissen und aus ihr fertigen wir unsere neuen Yogateppiche aus 100% oberschwäbischer Wolle. Dafür bevorzugen wir alte, teilweise vom Aussterben bedrohte Schafrassen wie Bergschaf, Krainer Steinschaf, Coburger Fuchs oder Walliser Schwarznasen. Faire Preise für ein hochwertiges Naturprodukt sind für uns dabei selbstverständlich. 

Wo hin jetzt noch?

Mal schauen, was uns als Nächstes einfällt. 

Ihr könnt auf jeden Fall mit noch mehr kreativen, hochwertigen und langlebigen Manufaktur-Produkten rechnen, aber auch mit einem Mehr vom Hinschauen. 

Wo wir genau hinschauen? 

Überall hin – als nächstes auf die Sinnhaftigkeit von Zertifizierungen,
- die uns nicht transparent genug sind,
- die an Wert für uns verlieren (weil z.B. Produkte mit gleichem Label beim Discounter liegen und mit unseren hochwertigen Produkten wenig gemein haben) und
- die uns jede Menge Geld kosten, das in Aktivitäten rund ums Gemeinwohl und wertebasierten Partnerschaften mehr ausrichten kann.

Wir freuen uns wie immer auf Feedback an sk@bausinger.de oder jl@bausinger.de, wie auch auf Kommentare hier auf unserem Blog.

Mit yogischen Herzensgrüßen

Sabrina Kleiner und das ganze BAUSINGER Team

PS: So entsteht übrigens der leckere Birnen-Balsam-Essig der BODEG.


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